Psycho- Themen des Monats

Liebe Leser der Webseite der Beratungspraxis Steinberg

 

Ich werde hier in unregelmäßiger Folge das eine oder andere Thema besprechen, das in der Öffentlichkeit, oder aber auch in meiner praktischen Arbeit, aktuell ist.

Die Leser sind herzlich eingeladen, mit mir in Kontakt zu treten, Fragen oder Hinweise dazu auszutauschen. Ich freue mich darauf! Email bitte zu Praxissteinberg@aol.com

Aus aktuellem Jahreswechsel, veröffentliche ich eine Idee, wie wir am besten unsere Ziele formulieren, damit diese erfolgreich abgeschlossen werden können.


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Für oder Wider?    ...    Pro oder Kontra?

Die innere Waage ...

Waage
Entscheidungen sind manchmal banal (Kaiserbrötchen oder Mehrkorn?)
Andere Entscheidungen sind bedeutsam für mich und für andere.  Jeder von uns stand schon vor schwierigen, scheinbar auswegslosen Situationen, ob privat oder beruflich. 

Wer wünscht sich da nicht eine professionelle Beratung? 

Neben dem Coaching in der Beratungspraxis empfiehlt sich die "Kollegiale Beratung" oder auch das "Problemlösetraining", das ich hier vorstellen möchte. :

 

 

Kollegiale Beratung
Im Rahmen des Problemlösetrainings

Kollegiale Beratung ist ein strukturierter Vorgang in einer überschaubaren Arbeitsgruppe und einem zeitlichen Rahmen. Sie verläuft in vier Phasen mit verschiedenen Arbeitsschritten zum Zuhören und Verstehen, Nachfragen und Antworten, Reflektieren und Bearbeiten von Alltagssituationen.

Mitarbeiter einer Arbeits-/ Organisationseinheit können an einem klar umgrenzten Problem arbeiten und Veränderungsprozesse einleiten. Die Kollegiale Beratung geht von der „Weisheit der Massen“ aus und dass Klienten die Experten zur Lösung der eigenen Probleme selbst sind.

Ein Ziel des „gemeinsamen Nachdenkens“ ist, den Erfahrungsschatz aller Teilnehmer zur gemeinsamen Reflexion zu nutzen. Darüber hinaus soll die soziale Interaktion untereinander gefördert werden. Es verbindet die Erfahrung aller mit den konkreten Arbeitserfahrungen des Gruppenmitgliedes und verlangt von allen, berufliches Handeln möglichst genau und konkret und für andere verständlich zu beschreiben.

Es ist ein lösungsorientierter Ansatz, ein Coachingtool zur Lösung von Problemen.

4 Arbeitsschritte:

  1. Problembericht durch den Probanden
  2. Coping; Sammeln von ähnlichen Problemen, die einzelne andere Gruppenmitglieder ebenfalls beschäftigt haben oder hatten
  3. Klärungsversuche der anderen Teilnehmer sammeln
  4. Reflexion des Teilnehmers unter Anleitung des Kursleiters

I. Arbeitsschritt

1. Ein Gruppenmitglied hat 5 min zur Verfügung, um über ein begrenztes (bestimmtes) Problem oder eine bestimmte Arbeitserfahrung oder ein besonderes Vorhaben zu berichten.

2. Anschließend fragen die anderen Gruppenmitglieder nach, um z.B. ein besseres Problemverständnis zu gewinnen (etwa fünf bis zehn Minuten): Reflexionsbereiche systematisch „durchspielen“.

  • Ebene des/der Klienten, Klienten, Kunden

  • Ebene der Organisationseinheit, der Station, der Gruppe

  • Ebene der Institution (Firma, Träger, Klinik, Kooperationspartner etc.)

  • Ebene der eigenen Person

-> An der Tafel wird entsprechend notiert; die 4 Ebenen voneinander abgegrenzt.

3. Im Anschluss hieran klärt die Gruppe abschließend die zu beratende Fragestellung, bzw. der, der das Problem einbringt, hat die Gelegenheit, die eigene Frage/Problemstellung präziser zu formulieren.

-> Revision des „Problems“ und exakt formulieren

4. Brainstorming: Danach hat der Vortragende quasi Sprechverbot, d.h. es hält sich nun zurück und läßt die übrigen Gruppenmitglieder für sich nachdenken und diskutieren über die Facetten des Problems, Lösungswege ...

Dabei wird auch versucht zu klären, auf welcher Ebene die aufgezeigten Probleme oder Schwierigkeiten anzusiedeln sind, ob sie also eher persönlicher oder  struktureller Art sind und auf welchem Weg sie dementsprechend bearbeitet, angegangen oder sogar gelöst werden können. (ca. 20 Minuten).

Der Kursleiter achtet darauf , dass die Gruppenmitglieder lösungsorientiert vorgehen, nicht über „bessere oder „schlechtere“, „mögliche“ oder „nicht mögliche“ Vorschläge anfangen zu diskutieren. Alles ist willkommen!

Was mehr oder weniger oder genau passt, entscheidet später allein das Gruppenmitglied, das die Fragestellung eingebracht hat. Keine Wertungen der Lösungsmöglichkeiten!
Hier ist der Gesprächsleiter gefordert, keine Wertungen zuzulassen.

-> Sammeln der Lösungsideen für alle sichtbar auf einer Flipchart.

5. Während der nächsten fünf Minuten nimmt der Vortragende Stellung zu den Problemlösungsvorschlägen der einzelnen Gruppenmitglieder:

  • Was hat eingeleuchtet,
  • bzw. was fällt schwer zu akzeptieren etc. ...,
  • was kann, werde ich ausprobieren…
  • und was verworfen werden kann
    (super/ vielleicht/ no go).

Wenn bereits hier der Betreffende für sich Lösungen sieht, kann ggf. hier das Problemlösetraining erfolgreich beendet werden.
Falls nicht, folgen die weiteren Schritte:

II. Arbeitsschritt (Coping)

Bewältigungsstrategie, Copingstrategie, Coping (engl. to cope with = "bewältigen", "überwinden").
Die Gruppe sammelt ähnliche bzw. analoge Probleme, die die Anwesenden  in ihrem eigenen Leben bereits erlebt haben (ca. 10 Min.) und im günstigsten Fall erfolgreich bewältigt haben. 

III. Arbeitsschritt

Die Gruppe versucht zu klären, auf welcher Ebene der o. g. Reflexionsbereiche  die dargestellten Probleme des Probanden gelöst  werden könnten. (ca. 10 Min.) Dieser hat jetzt "Funkstille". 

IV. Arbeitsschritt

Der / die Moderator(in) befragt abschließend das Gruppenmitglied, das die Fragestellung hat, wie es ihm jetzt geht.

Feedbackrunde...